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Die
Andacht
D
ie |
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Liebe
Freunde, einst kam
ein Mann mit einer Frage zu Jesus. „Was muss ich tun, dass ich das
ewige Leben ererbe?“ Diese Frage lag ihm auf dem Herzen. Beschäftigt
auch uns die Frage nach dem ewigen Leben? Wenn wir ehrlich sind, wohl
eher nicht, oder nicht mit dieser Intensität. Unsere Fragen sind
heute eher anderer Art, etwa von der: „Wer garantiert mir meine Rente?“ „Habe ich auch morgen noch einen
Arbeitsplatz?“ „Wo verbringe ich nächstes Jahr meinen Urlaub?“ Das sind
unsere Fragen, die uns beschäftigen und die auch gar nicht so
unwichtig sind. Aber es sind Fragen, so würde Bonhoeffer sagen,
die sich alle im Vorletzten befinden, die alle das Vorletzte zum
Gegenstand haben. Bonhoeffer meint damit das, was jetzt ist, was unser
Leben hier ausmacht. Aber die Frage nach dem ewigen Leben, geht
über dem Hier und Jetzt, ja, über
den Tod hinaus. Die Frage
nach dem ewigen Leben kommt in unserem Alltag eigentlich so nicht vor,
vieles andere überdeckt diese Frage, vieles andere schüttet
diese Frage zu oder erstickt sie gar. Sie wird
allenfalls gestellt, wenn jemand in der Familie plötzlich krank
wird, oder im Sterben liegt. Dieser Mann,
der Jesus die Frage stellte, war kein Todgeweihter, ihm ging es gut. Er
stand mitten im Leben und es war recht, dass er Jesus diese Frage
stellte. Jesus
antwortet ihm anders als er denkt. Das irritiert ihn schon ein
bisschen. Jesus fragt ihn: Was sagt das Gesetz, die Tora, was sagt
deine Bibel dazu? Er kommt sich ein wenig als ein
„Prüfungskandidat“ vor. Aber er muss ja darauf eine Antwort geben,
denn was werden denn die Leute denken, die dieses Gespräch mit
verfolgen, wenn er nichts darauf zu antworten weiß. Also zitiert
er aus 5. Mose 6: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem
Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem
Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und darauf
sagt Jesus: Genau, das ist es. Genau das ist der Weg, damit du das
ewige Leben bekommst.: Gott lieben, deinen Nächsten und dich
selbst; damit ist alles gesagt. Stellen wir
in unserem Leben die Fragen nach den letzten Dingen, bleiben wir nicht
im Vorletzten des Lebens stecken mit unseren Fragen. Lassen wir uns von
Jesus ändern, auch wenn es anstrengend und unangenehm für uns
sein kann. Aber nur mit dieser Bereitschaft lieben wir Gott, unseren
Nächsten und uns selbst. Diese von Gott geschenkte Liebe, mit der
wir ihn und die anderen Menschen lieben können, ist der Weg zum
ewigen Leben. Rabbi Mosche
Löb erzählte folgende Geschichte: „Wie man die Menschen
lieben soll, habe ich von einem Bauern gelernt. Der saß mit
anderen Bauern in einer Schenke und trank. Lange schwieg er wie die
anderen alle. Als aber sein Herz vom Wein bewegt war, sprach er seinen
Nachbarn an: „Sag du, liebst du mich oder liebst du mich nicht?“ Jener
antwortete: „Ich liebe dich sehr!“ Er aber sprach wieder: „Du sagst,
ich liebe dich und weißt doch nicht, was mir fehlt. Liebtest du
mich in Wahrheit, du würdest es wissen.“ Der andere
vermochte kein Wort zu erwidern, und auch der Bauer, der gefragt hatte,
schwieg wieder wie vorher. Ich aber verstand: Das ist die Liebe zu den
Menschen, ihre Bedürfnisse zu
spüren und ihr Leid zu tragen! Mit
freundlichem Gruß Ihre
Marianna Nowak |