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4 Teilen bereits erhältlich:

• Unsere Stellung zum Gesetz

• Ruhe! Ich spreche mit Gott

• Begraben in der Taufe

• Der Weg zu Jesus

 


 

Liebe Freunde,

einst kam ein Mann mit einer Frage zu Jesus. „Was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?“ Diese Frage lag ihm auf dem Herzen.

Beschäftigt auch uns die Frage nach dem ewigen Leben? Wenn wir ehrlich sind, wohl eher nicht, oder nicht mit dieser Intensität. Unsere Fragen sind heute eher anderer Art, etwa von der: „Wer garantiert mir meine Rente?“  „Habe ich auch morgen noch einen Arbeitsplatz?“ „Wo verbringe ich nächstes Jahr meinen Urlaub?“

Das sind unsere Fragen, die uns beschäftigen und die auch gar nicht so unwichtig sind. Aber es sind Fragen, so würde Bonhoeffer sagen, die sich alle im Vorletzten befinden, die alle das Vorletzte zum Gegenstand haben. Bonhoeffer meint damit das, was jetzt ist, was unser Leben hier ausmacht. Aber die Frage nach dem ewigen Leben, geht über dem Hier und Jetzt, ja,  über den Tod hinaus.  

Die Frage nach dem ewigen Leben kommt in unserem Alltag eigentlich so nicht vor, vieles andere überdeckt diese Frage, vieles andere schüttet diese Frage zu oder erstickt sie gar.

Sie wird allenfalls gestellt, wenn jemand in der Familie plötzlich krank wird, oder im Sterben liegt.

Dieser Mann, der Jesus die Frage stellte, war kein Todgeweihter, ihm ging es gut. Er stand mitten im Leben und es war recht, dass er Jesus diese Frage stellte.

Jesus antwortet ihm anders als er denkt. Das irritiert ihn schon ein bisschen. Jesus fragt ihn: Was sagt das Gesetz, die Tora, was sagt deine Bibel dazu? Er kommt sich ein wenig als ein „Prüfungskandidat“ vor. Aber er muss ja darauf eine Antwort geben, denn was werden denn die Leute denken, die dieses Gespräch mit verfolgen, wenn er nichts darauf zu antworten weiß.

Also zitiert er aus 5. Mose 6: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst.“

Und darauf sagt Jesus: Genau, das ist es. Genau das ist der Weg, damit du das ewige Leben bekommst.: Gott lieben, deinen Nächsten und dich selbst; damit ist alles gesagt.

Stellen wir in unserem Leben die Fragen nach den letzten Dingen, bleiben wir nicht im Vorletzten des Lebens stecken mit unseren Fragen. Lassen wir uns von Jesus ändern, auch wenn es anstrengend und unangenehm für uns sein kann. Aber nur mit dieser Bereitschaft lieben wir Gott, unseren Nächsten und uns selbst. Diese von Gott geschenkte Liebe, mit der wir ihn und die anderen Menschen lieben können, ist der Weg zum ewigen Leben.

Rabbi Mosche Löb erzählte folgende Geschichte: „Wie man die Menschen lieben soll, habe ich von einem Bauern gelernt. Der saß mit anderen Bauern in einer Schenke und trank. Lange schwieg er wie die anderen alle. Als aber sein Herz vom Wein bewegt war, sprach er seinen Nachbarn an: „Sag du, liebst du mich oder liebst du mich nicht?“ Jener antwortete: „Ich liebe dich sehr!“ Er aber sprach wieder: „Du sagst, ich liebe dich und weißt doch nicht, was mir fehlt. Liebtest du mich in Wahrheit, du würdest es wissen.“

Der andere vermochte kein Wort zu erwidern, und auch der Bauer, der gefragt hatte, schwieg wieder wie vorher. Ich aber verstand: Das ist die Liebe zu den Menschen, ihre Bedürfnisse  zu spüren und ihr Leid zu tragen!

Mit freundlichem Gruß

Ihre Marianna Nowak